Ideen und Ziele

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Nachteile des Beschlags mit Eisen
Seit Jahrhunderten schon schützt Eisen den Pferdehuf, es gab immer wieder Veränderungen und Anpassungen der Form an neuere Erkenntnisse. Das Material jedoch blieb das gleiche, trotz aller nachteiligen Auswirkungen auf die Gesundheit von Pferdebein und Huf.
Nicht ohne Grund empfehlen viele Hufschmiede einen zeitweiligen Verzicht auf Hufeisen, um Huf und Gliedmassen eine Erholungszeit zu gönnen.

Mangelnde Stossdämpfung
Eisen ist bekanntlich ein sehr starres Material. Beim Auffussen des Hufes auf den oftmals harten Boden wird der Stoss daher ungebremst nach oben, d.h. an die empfindlichen Gelenke weitergegeben.

Mangelhafte Flexibilität
Der Huf ist kein starres Gebilde. Wenn das Bein auffusst und Gewicht auf den Huf verlagert wird, dehnt und spreizt sich die Hornkapsel; bei der Entlastung des Hufes zieht sich dieser wieder zusammen. Dieser Vorgang wird als Hufmechanismus bezeichnet und spielt eine grosse Rolle bei der Durchblutung der Beine.
Das Eisen lässt eine solche Verformung des Hufes nicht oder nur in sehr geringem Masse zu. Die Durchblutung wird daher nicht optimal gefördert und das Hornwachstum weniger angeregt.

Ungünstiges Gleitverhalten
Wer ein Pferd beim Gehen auf Teer beobachtet, weiss, worum es geht: Der Huf berührt beim Auffussen den Boden und gleitet dann noch eine gewisse Strecke nach vorne weiter, bevor er zum Halten kommt und das Gewicht des Pferdes aufnimmt.
Eine weit verbreitete Ansicht ist, dass gerade dieses Gleiten gelenkschonend wirkt, weil der weiter oben angesprochene Stoss nicht unmittelbar weitergegeben wird. Allerdings sollte man zum Vergleich ein barfuss gehendes Pferd betrachten: Der Barhuf rutscht nicht. Das Pferd ist physiologisch nicht auf ein Gleiten des Hufes eingerichtet; das Gleitverhalten des Eisens ist somit als unnatürlich zu betrachten.

Probleme bei bisherigen Kunststoffbeschlägen
Die Idee, statt Metall Kunststoff als Hufschutz einzusetzen, ist nicht neu. Leider hat sich der Kunststoffhufbeschlag in den letzten Jahrzehnten nicht in dem Masse entwickelt, wie es im Hinblick auf die Beingesundheit von Reit- und Fahrpferden wünschenswert gewesen wäre.

Schwierigkeiten bei sehr grossen Pferden
Besonders Pferde grosser und schwerer Rassen leiden oft schon im mittleren Alter unter Huf- und Gliedmassenproblemen. Gerade bei solchen Pferden ist ein ganzjähriger Beschlag oft obligatorisch. Und gerade für sie wäre ein Hufschutz, der neueren Erkenntnissen zur Huf- und Beingesundheit des Pferdes Rechnung trägt, notwendig. Es ist aber aus verschiedenen Gründen kaum möglich, mit den bisher am Markt verfügbaren Produkten grosse Pferde zuverlässig mit Kunststoff zu beschlagen.

Aufwand für den Schmied
Die derzeit angebotenen Modelle sind für den Hufhandwerker aufwendig zu verarbeiten. Wenn erst Nagellöcher vorgebohrt und Stege eingeschraubt werden müssen oder mit kleinen Unterlegscheiben genagelt werden muss, überfordert das die Gutwilligkeit und Aufgeschlossenheit mancher Hufschmiede erheblich.

Geringe Haltbarkeit
Eines der häufigsten Argumente gegen einen Beschlag mit Kunststoff ist der starke Abrieb und die zu geringe Dauer einer Beschlagsperiode. Wenn der Hufschutz schon nach vier Wochen abgelaufen oder gar verloren ist, handelt es sich dabei um keine brauchbare, dauerhafte Lösung.

Hohe Kosten
Nicht zuletzt ist der Kostenfaktor bei vielen Kunststoffbeschlägen ein nicht zu unterschätzendes Problem, das viele Pferdebesitzer und Schmiede zu Recht abschreckt.

Herausforderungen für die Duplo-Beschläge
Ziel unserer Beschläge ist es, die offensichtlichen Vorteile des Materials Kunststoff am Pferdehuf zu nutzen und dabei die Nachteile der momentan vorhandenen Beschläge zu vermeiden.

Hufphysiologische Erkenntnisse
Der Beschlag muss neueren hufphysiologischen Erkenntnissen Rechnung tragen. Das heisst, dass der Strahl wie bei einem barhuf gehenden Pferd Gegendruck erhält, um gut durchblutet zu werden. Das Gleitverhalten soll ebenfalls möglichst dem eines unbeschlagenen Pferdes entsprechen: kein unerwünschtes Gleiten oder Rutschen, weder auf Teer noch auf nassen Wiesen. Ausserdem darf die Verwindungsfähigkeit der Hornkapsel (Hufmechanismus) nicht wesentlich beeinträchtigt werden.

Hufform und Hufwachstum
Eine mässige bis durchschnittliche Hornqualität und schwache bis durchschnittliche Hornwandstärke sollen keine Gründe sein, beim Eisenbeschlag bleiben zu müssen. Der Duplo-Beschlag soll vielmehr durch seine Beweglichkeit und Flexibilität zum besseren Hornwachstum beitragen und ein Ausbrechen der Hufwände verringern.
Ausserdem soll ein Abrieb der Trachten wie beim normalen Eisen und damit eine Veränderung der Zehenachse innerhalb einer Beschlagsperiode vermieden werden.

Verschleissfestigkeit und sicherer Halt
Der Abrieb und damit die Haltbarkeit des Duplo-Beschlags soll in etwa dem eines normalen Eisens ohne Panzerung oder Stifte entsprechen. Wichtig ist ausserdem ein guter Sitz, so dass sich der Beschlag nicht verdreht oder verschiebt; ein Abtreten oder Verlieren während der üblichen Beschlagsperiode muss vermieden werden. Auch einem Aufstollen durch Schnee, Matsch, Mist, Hallenboden etc. wird vorgebeugt.

Anpassungsmöglichkeit
Auch ein Kunststoffbeschlag muss an den Huf angepasst werden. Es muss also möglich sein, an den Seiten und im Trachtenbereich eine bestimmte Menge an Material wegzunehmen, ohne dass wichtige Funktionen wie Steifigkeit oder Verschleissfestigkeit beeinträchtigt werden.
Um das zu gewährleisten und möglichst vielen Hufen gerecht zu werden, gibt es den Duplo-Beschlag in einer umfangreichen Varianz von Grössen und Formen. Auch sehr grosse oder sehr kleine Pferde sollen dabei nicht ausgespart werden.

Einfache Handhabung
Im Gegensatz zu allen anderen derzeit am Markt verfügbaren Kunststoffbeschlägen stellt unser Duplo einen Beschlag dar, der in seiner Handhabung unkompliziert ist und ohne grossartige Einweisung mit gängigem Werkzeug und normalen Hufnägeln angebracht werden kann.